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Wir gedenken der Ermordung Julius Lebers

In diesem Jahr jährt sich die Ermordung Julius Lebers zum 75. Mal. „Julius Leber war der unbestrittene Chef der Lübecker Sozialdemokratie in der Endphase der Weimarer Republik. Vor allem aber war er eine Ehrenrettung für das Lübecker Bürgertum während des Dritten Reiches“, erklärt Jan Schenkenberger, stellvertretender Landesvorsitzender (Hamburg) des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold. Bis heute ist Leber – neben Georg Elser – einer der bekanntesten Köpfe des zivilen Widerstands gegen Hitler. Er war aber nicht der einzige, und auch Frauen – nicht zuletzt seine Lübecker Frau Annedore – haben dem Widerstand im Dritten Reich ein Gesicht gegeben. Diese Erinnerung in die Gegenwart zu tragen ist immer ein zentrales Anliegen des Reichsbanners gewesen.

„Dennoch muß man heute, nach 75 Jahren, fragen: warum sollen wir uns noch mit dieser fernen Vergangenheit beschäftigen? Wie wollen wir an sie erinnern? Und an was genau?“, so Jan Schenkenberer weiter. Doch so fern ist die Vergangenheit gar nicht. Thomas Rother, Vorsitzender der Lübecker SPD, weist darauf hin, dass rechtsextreme Parteien bis heute existieren, auch der staatliche Umgang mit Netzwerken wie dem NSU werfe viele Fragen auf: „Umfragen deuten darauf hin, dass fast 15% der Bevölkerung ein rechtsextremes Weltbild haben – und rechtsextremer Terror hat in den letzten Jahren viele Opfer gefordert! Heute werden Menschen wieder beleidigt, diffamiert und bedroht, weil sie nicht in ein rechtes Weltbild passen!“ so Rother weiter. „Am Ende des 3. Reiches und am Beginn der Bundesrepublik steht das Versprechen des ‚Nie wieder!‘“, ergänzt Jan Schenkenberger: „Erinnerung bedeutet für uns deshalb, am Aufbau einer offenen, demokratischen Gesellschaft aktiv mitzuwirken – wie es auch Annedore Leber nach der Ermordung ihres Mannes schon vor Gründung der Bundesrepublik ab 1947 bis zu ihrem Tod 1968 getan hat.“

Deshalb möchten wir die Erinnerung an Julius Leber mit der Frage verknüpfen, wie Erinnerungsarbeit und Demokratieerziehung heute, 75 Jahre nach Kriegsende und nach dem Tod vieler Zeitzeugen, gelingen kann. Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold lädt deshalb gemeinsam mit der Lübecker SPD am 5.1.2020 um 14h zu einer Festrede des ehemaligen Hamburger Polizeipräsidenten Wolfgang Kopitzsch in den Audienzsaal des Lübecker Rathauses ein. Im Anschluss daran wird sich der Lübecker Bürgermeister Jan Lindenau gemeinsam mit Wolfgang Kopitzsch und Prof. Jörg Wollenberg (Gedenkstätte Ahrensbök) der Frage widmen, was zu Erinnerungsarbeit motivieren kann und welche Aufgaben sie heute erfüllen kann. „Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!“, so Jan Schenkenberger abschließend.

Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold und die SPD Lübeck lädt anlässlich des 75. Jahrestags der Ermordung Julius Lebers am Sonntag, den 5.1.2020 ein:

„Das Vergangene ist nicht vergangen“
14h-16h im Audienzsaal des Lübecker Rathauses
Festrede des eh. Hamburger Polizeipräsidenten Wolfgang Kopitzsch:
Julius Leber – ein herausragender Sozialdemokrat. Lehren aus der Geschichte

Empfang

„Was geht uns das an?“ – Motivation und Aufgabe von Erinnerungsarbeit heute.
Ein Gespräch von Jan Lindenau mit Wolfgang Kopitzsch und Jörg Wollenberg (Gedenkstätte Ahrensbök)

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